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An der Harfe durch Raum und Zeit

Uschi Laar versammelt bei Festival international bekannte Interpreten

 

 

 

 

Miesbach- Uschi Laar hat es auch beim diesjährigen Harfenkonzert geschafft: Einmal mehr hat die Musikerin, die für das Programm des Internationalen Harfenfestivals verantwortlich zeichnet, bewiesen, wie außergewöhnlich vielfältig Harfenspiel sein kann.

Gemeinsam mit Nancy Thym, Sigi Hausen, Gigi Biolcati, Maeve Gilchrist, Dominique Delorme und Dino Contenti unternahm sie eine Reise durch die Zeit und Raum und begeisterte damit das Publikum im ausverkauften Waitzinger Keller in Miesbach.

Dabei stand die Verbindung con Harfe und Gesang im Vordergrund, wie sie auch in der keltischen Tradition der Barden verankert ist. Diese Spielart ließ die amerikanische Harfenistin Nancy Thym auf ihrer norwegischen Harfe aufleben. Begleitet von Thilo Viehrig mit seiner gotischen Fidel, sang die Harfenistin ein Märchen aus dem 13. Jahrhundert. Bereitwillig ließen sich die Zuschauer von der spannenden Geschichte um zwei norwegische Prinzessinnen und von der mittelalterlichen Musik gefangen nehmen.

Ins mittelalterliche Spanien und Italien entführte das Trio Lux et Umbra. Die Sängerin Sigi Hausen, Uschi Laar und der italienische Percussionist Gigi Biolcati gaben mittelalterliche Weltmusik in einer faszinierenden Mischung aus einem italienischen Tanzstück, dem bekannten vertonten Gedicht „Unter den Linden“ von Walter von der Vogelweide und sefardischen Liedern zm Besten. Befremdlich faszinierend und dadurch modern experimentell wirkten die altindischen Karana-Tänze, die Dominique Delorme aus Paris in Szene setzte. Die 2500 Jahre alten Schrittfolgen und Figuren, bei denen die Gestik als eigenständige Zeichensprache wirkt, die schnellen Bewegungen der Arme, die Körperdrehungen, der fremde Gesang, die ochsenblutrote weit Pluderhose, der sehnige, muskulöse, hart ausgeleuchtete Körper und das dabei zu einer Maske gefrorene Gesicht ergaben ein choreographisches Gesamtkunstwerk. Der Meister des indischen Tanzes stellte Emotionen durch heute noch gültigen Körperausdruck beinah pantomimisch dar. Die getanzte Geschichte einer Schönen und dem Dämon durch ihre Instrumente und Stimmen: Das Publikum goutierte die Performance mit Jubelrufen.

Frenetischen Applaus erhielt Maeve Gilchrist, deren klare, samtene Stimme ebenso wir ihr leidenschaftliches Harfenspiel überzeugte. Mit sagenhafter Leichtigkeit und Sicherheit flogen die Hände der jungen Schottin über die Saiten und – ganz ungewöhnlich – die Klappen ihrer Hakenharfe, die sie im Stehen spielten und sich mit Hingabe zu Eigen machte. Das Staunen über die komplexen Jazzarrangements, die gefühlvolle Folkmusik, die faszinierende Stimme und die natürliche Ausstrahlung war groß. Kein Wunder, dass Maeve Gilchrist bei dieser großen spielerischen und gesanglichen Bandbreite als neuer Stern am Harfenhimmel gehandelt wird. Alle Musiker beschlossen den Konzertabendgemeinsam mit einem „Ave Maria".

 Von Alexandra Korimorth